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Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern



Pressemeldung

Soeben erschienen: Statistisches Jahrbuch 2008

Nr. 85/2008 - 01.10.2008 - StatA MV - Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern

Das Statistische Jahrbuch 2008 für Mecklenburg-Vorpommern ist - wie schon seine Vorgänger - die wichtigste Querschnittsveröffentlichung des Statistischen Amtes. Es enthält auf 478 Seiten Informationen aus allen Arbeitsbereichen der amtlichen Statistik, ergänzt um Ergebnisse anderer Behörden und Institutionen. Das Jahrbuch vermittelt ein genaues Bild der wirtschaftlichen, sozialen, demografischen, ökologischen und politischen Verhältnisse unseres Bundeslandes und dokumentiert - zusammen mit seinen Vorgängerausgaben - die Ergebnisse der Aufbauleistung und des Strukturwandels in Mecklenburg-Vorpommern nach der deutschen Wiedervereinigung.

Das Tabellenprogramm der diesjährigen Ausgabe steht in der Kontinuität der Vorjahre und bietet ein umfassendes, aktuelles und zuverlässiges Angebot an Grunddaten bis zum Jahr 2007. Neu aufgenommen wurden u. a. die Ergebnisse der Mikrozensus-Zusatzerhebung "Wohnsituation der Haushalte" 2006 sowie der Verdienststrukturerhebung 2006. Hervorzuheben ist auch, dass erstmals wichtige Eckdaten für amtsfreie Gemeinden und Ämter der Landkreise ausgewiesen werden.

Die Aussagekraft des Jahrbuches lässt sich aus der Breite seines Informationsspektrums an folgenden Beispielen veranschaulichen, die zugleich auch wichtige Entwicklungen Mecklenburg-Vorpommerns deutlich machen:

Die Bevölkerung verringerte sich vom 1.1. bis zum Jahresende 2007 um 14 072 Personen bzw. 0,8 Prozent auf 1,680 Millionen Einwohner. Der Rückgang im Jahr 2007 (gegenüber 1989: - 14,5 Prozent) ist zu etwa zwei Dritteln auf anhaltend hohe Wanderungsverluste (- 9 279) und zu einem Drittel auf das (seit 1991 bestehende) hohe Geburtendefizit (- 4 809) zurückzuführen. Die Zahl der Geburten nahm 2007 wieder zu, und zwar um 1,2 Prozent auf 12 786 und erreichte damit je 1 000 Einwohner erst wieder 62 Prozent des Niveaus von 1990.

Die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort Mecklenburg-Vorpommern nahm im Jahr 2007 wieder zu, und zwar um 11 100 (+ 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr) auf 725 000 Personen im Jahresdurchschnitt; die Zahl der Erwerbstätigen je 1 000 Einwohner war um 11 Prozent geringer als im Bundesdurchschnitt. Die Zahl der Berufsauspendler ist weiter leicht angestiegen (auf 73 446; Einpendler: 21 710). Die Zahl der Selbstständigen hat sich 2007 auf 75 200 erhöht.

Die Zahl der Gewerbeanmeldungen war 2007 (14 666) um 5,2 Prozent geringer und die der Gewerbeabmeldungen (13 480) um 0,9 Prozent höher als 2006. Von allen Gewerbeanmeldungen entfielen 80 Prozent auf Handel, Gastgewerbe, Verkehr und andere Zweige des Dienstleistungssektors. Insgesamt gab es 2007  59 026 Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern (ohne Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Fischzucht sowie öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung), von ihnen hatten 53 429 weniger als 10 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Nur 157 Unternehmen hatten 250 und mehr Beschäftigte, darunter waren lediglich 35 im Produzierenden Gewerbe.

Die wirtschaftliche Gesamtleistung (Bruttoinlandsprodukt) hat 2007 (34,3 Millionen EUR) preisbereinigt um 2,6 Prozent gegenüber 2006 zugenommen. Im Vergleich zu 2000 erhöhte sich die Wirtschaftsleistung nur um 5,4 Prozent, deutlich weniger als in Sachsen (+ 13,4 Prozent) und Thüringen (+ 10,6 Prozent). Im Verarbeitenden Gewerbe wurde 2007 gegenüber 2006 erneut ein kräftiger Zuwachs in der Wirtschaftsleistung (Bruttowertschöpfung: + 16,5 Prozent zum Vorjahr) erzielt, im Dienstleistungssektor waren es 1,8 Prozent. Die Beschäftigtenzahl im Bergbau und Verarbeitenden Gewerbe (Betriebe ab 20 tätigen Personen) hat sich 2007 weiter kräftig erhöht, und zwar um 6,8 Prozent auf 58 355 Personen, im Bauhauptgewerbe ist sie weiter um 2,1 Prozent auf 17 426 zurückgegangen.

Durch Neubau wurden von 1991 bis 2007  146 912 Wohnungen fertig gestellt (darunter 82 484 in Ein- und Zweifamilienhäusern), das sind 16,5 Prozent des Wohnungsbestandes von 2007 (Wohnungsleerstand 2006: 99 800 Wohneinheiten - Leerstandsquote: 11,3 Prozent). Von den 2006 vorhandenen, vom Eigentümer bewohnten 259 900 Wohneinheiten sind 22,3 Prozent nach 1990 errichtet worden.

Die Landwirtschaft hatte 2007 mit 3,1 Mil­lionen Tonnen Getreide (50,6 Prozent der Ackerfläche) eine unterdurchschnittliche Ernte zu verzeichnen. Die Schweinebestände haben sich 2007 weiter deutlich erhöht (+ 6,0 Prozent), auch die Rinderbestände sind erstmals wieder leicht angestiegen (+ 1,2 Prozent).

Während 1995 noch 43,6 Prozent der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt überwiegend aus Erwerbstätigkeit bestritten, waren es in 2007 mit 40,7 Prozent deutlich weniger. Der Bevölkerungsanteil, dessen Lebensunterhalt überwiegend aus Arbeitslosengeld/-hilfe bzw. Sozialhilfe besteht, erhöhte sich demgegenüber in diesem Zeitraum von 7,6 Prozent auf 12,3 Prozent. Von Rente oder Pension lebten 27,8 Prozent und von Unterstützung durch Angehörige 17,4 Prozent.

Die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer erhöhten sich 2007 im Durchschnitt um 0,9 Prozent, wobei die Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt um 3,0 Prozent anstiegen sind. Der Bruttojahresverdienst vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich Mecklenburg-Vorpommerns betrug 2007 im Durchschnitt 28 266 EUR, darunter waren Sonderzahlungen in Höhe von 1 588 EUR. Vom verfügbaren Einkommen privater Haushalte in Höhe von durchschnittlich 14 266 EUR je Einwohner im Jahr 2006 waren 42,9 Prozent empfangene Sozialleistungen.

Die durchschnittlichen monatlichen Aufwendungen privater Haushalte für den privaten Verbrauch betrugen 2003 1 762 EUR je Haushalt (mit 2,12 Personen), darunter für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren 284 EUR, für Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung 545 EUR (Miete: 411 EUR), Verkehr 245 EUR sowie Freizeit, Unterhaltung und Kultur 215 EUR (nur fünfjährlich erhobene Daten).

Die Zahl der Sozialhilfeempfänger mit laufender Hilfe zum Lebensunterhalt hat sich von 70 184 Per­sonen Ende 2004 auf 8 235 Personen Ende 2006 verringert (bisherige Sozialhilfeempfänger, die grundsätzlich arbeitsfähig sind, erhalten jetzt Arbeitslosengeld II).

Arbeitslosengeld II erhielten Ende 2007   202 341 Personen; insgesamt gab es 143 072 Bedarfsgemeinschaften und 260 823 Leistungsempfänger nach SGB II, das waren 6,9 Prozent weniger als 2006.

Die bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung erhielten 2006   14 863 Personen (7 598 Frauen), darunter waren 9 245 voll erwerbsgeminderte Personen unter 65 Jahren.

Die Anzahl der Wohngeldempfänger belief sich 2007 auf 27 454, darunter waren 18 617 allein Stehende.

Nach den Ergebnissen der Pflegestatistik gab es im Jahr 2005 im Land 51 168 Leistungsempfänger, darunter sind etwa zwei Drittel Frauen und 71 Prozent über 70 Jahre alt.

In Einrichtungen derKindertagesbetreuung befanden sich 2007   81 151 Kinder, darunter 12 899 Kinder unter drei Jahren. In öffentlich geförderter Kindertagespflege wurden ferner 4 680 Kinder betreut, darunter 3 838 Kinder unter drei Jahren.

Die Ausgaben für Jugendhilfe beliefen sich 2006 netto auf 461 Millionen EUR, 3,3 Prozent mehr als 2005.

Die 34 Krankenhäuser des Landes hatten 2006 einen Zugang von 386 728 Patienten mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 7,8 Tagen und einer Bettenauslastung von 80,6 Prozent. Die Kosten je Behandlungsfall betrugen 2 920 EUR. Die ambulante medizinische Betreuung stellten als Praxisinhaber 2 448 Ärzte und 1 260 Zahnärzte im Jahr 2006 sicher.

Die Polizei erfasste 2007   150 736 Straftaten (- 1,0 Prozent gegenüber 2006), darunter 63 607 Fälle von Diebstahl (- 2,7 Prozent). Nach allgemeinem Strafrecht wurden 2007   17 538 Personen verurteilt (darunter 14 800 zu einer Geldstrafe), nach Jugendstrafrecht waren es 1 996 Personen.

Die öffentlichen Finanzen des Landes waren 2007 durch rückläufige Ausgaben (‑ 1,9 Prozent) und eine weitere Zunahme der Einnahmen um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gekennzeichnet. Die Kreditmarktschulden des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie kommunalen Zweckverbände beliefen sich 2007 auf 11,8 Milliarden EUR, sie entsprachen damit 34,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Aussagen zur Ost-West-Angleichung können aus dem Ländervergleich ermittelt werden. So betrugen die Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) je Einwohner 2007   69,1 Prozent und das verfügbare Einkommen privater Haushalte je Einwohner (2006) 78,7 des Bundesdurchschnitts.

Das Statistische Jahrbuch 2008 kann ab sofort schriftlich beim Statistischen Amt Mecklenburg-Vorpommern, Postfach 12 01 35, 19018 Schwerin oder per Telefax 0385 4801-4416 bzw. per E-Mail statistik.vertrieb@statistik-mv.de zum Preis von 23,- EUR zuzüglich der Versandkosten bestellt werden.

 Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Herrn Hans-Peter Hasche, Telefon 0385 4801-4430.

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